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Am Donaudamm 4

85088 Vohburg a.d. Donau

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Freilicht-Festspiele Vohburg

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Über die Freilicht-Festspiele Vohburg

Seit 2001 strömen alle 2 Jahre zahlreiche Besucher zu den Freilicht-Festspielen Vohburg. Neben den Aufführungen der tragischen Geschichte der Agnes Bernauer erhalten auch die Komödien großen Beifall und viel Lob von der Fachpresse. Ein Grund dafür ist die einmalige Atmosphäre vor historischer Kulisse auf dem Vohburger Burgberg. Ein anderer die mehr als 100 Mitwirkenden, die - angeleitet von einem Profi-Regisseur - mit ihrer großen Freude am Theaterspiel die Zuschauer in ihren Bann ziehen und in Massenszenen wie auch in den kleinen Dialogen begeistern können.

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Herzogssohn und Baderstochter
in Vohburg

 

Herzog Ernst von Bayern baute 1414 die im Jahre 1316 zerstörte Vohburg wieder auf. Seine Gemahlin, die Herzogin Elisabeth, schenkte 1424 das prachtvolle Schloss ihrem einzigen Sohn Albrecht, von dem man überzeugt war, dass er einmal Herzog des Landes werden würde. Dieser verliebte sich bekanntlich in die Augsburger Baderstochter Agnes Bernauer, als sie ihm den Siegespreis eines Turniers überreichte.

Natürlich wusste Albrecht, dass die Bader zu den „unehrlichen Leuten“ gehörten. Auch musste er wissen, dass er durch diese Heirat aus der Erbfolge ausgeschlossen werden würde und dass seine Kinder als „unebenbürtig” kein Anrecht auf einen Fürstensitz haben konnten.

Da Herzog Ernst gegen die Verbindung seines Sohnes mit diesem Mädchen war, zog sich der Fürstensohn auf seine Vohburg zurück, und holte Agnes 1431 oder 1432, auf die Veste. So dürfte eines dieser beiden Jahre als Beginn der Vohburger Zeit der Bernauerin Gültigkeit haben. Hier auf der Vohburg ließ sich der Herzog heimlich mit der Baderstochter trauen. Solche „Winkelehen“ waren in damaliger Zeit nicht selten, galten aber ebenso für unauflöslich, wie öffentlich geschlossene. Aus dieser Ehe stammen vermutlich eine Tochter und ein Sohn.

Herzog Ernst, der Vater, wusste wohl von der Liebschaft seines Sohnes, nichts aber von einer Heirat. Am 2. Februar 1432 starb Herzogin Elisabeth, die Mutter Albrechts, die ihren Sohn dem Vater gegenüber stets verteidigte. Zur Beerdigung kam Markgräfin Beatrix von Amberg, die ehrgeizige Schwester Albrechts, nach München. Hierbei klärte sie ihren Vater in sehr eindringlicher Weise über die politischen Folgen auf, die eine Bindung Albrechts an die „Unebenbürtige” haben musste. Dabei nahm sie eindeutig „gegen die Frau Nesen (Agnes!), die hoch- und großfeiste (wohl schwangere!) Bernauerin” Stellung. Daraufhin war der Herzog entschlossen, seinen Sohn von dieser Frau wegzubringen.

Albrecht verkündete nun öffentlich, dass Agnes sein ehelich angetrautes Weib sei. Nun war es mit dem verborgenen Leben der Bernauerin auf der Vohburg vorbei. Albrecht übersiedelte mit seiner Familie, vermutlich im Dezember 1434, nach Straubing, das er seit Januar 1433 zu verwalten hatte. Hier residierte Agnes an seiner Seite als Herzogin.

Das Ende des Dramas ist rasch erzählt: Am 11. Oktober 1435 ritt Albrecht auf Einladung nach Landshut „zum jagen und fröhlich seyn.” Noch am selben Tag kam Herzog Ernst nach Straubing und ließ Agnes vor seine Richter führen. Bereits am Tag darauf wurde sie vom Henker über die Brücke in die Donau gestürzt und ertränkt.